Maschinen- und Anlagenbau zu freiwilligen Corona-Tests in den Betrieben bereit

shutterstock

Eine schnellere Bekämpfung der Pandemie kann auch mit Hilfe von Corona-Tests in den Unternehmen gelingen. Darauf bereiten sich viele Maschinen- und Anlagenbauer aktiv vor – es muss aber eine freiwillige Maßnahme für Beschäftigte und Betriebe sein.

Die Industriebetriebe in Deutschland haben in den vergangenen Monaten mit strengen Hygienekonzepten in der Produktion und einer deutlichen Ausweitung von Home Office eine wichtige Rolle in der Pandemiebekämpfung übernommen. Auch der Plan der Regierung, flächendeckend Corona-Tests in den Betrieben durchzuführen, wird von den Unternehmen positiv gesehen, entsprechende Vorbereitungen laufen vielerorts bereits. „Die Betriebe im Maschinen- und Anlagenbau sind bereit, ihren Part auszuweiten und auf eigene Kosten Corona-Schnelltests für ihre Beschäftigten anzubieten“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen. Allerdings müsse dies eine freiwillige Maßnahme der Unternehmen sein, fordert er: „Eine pauschale Selbstverpflichtung der Unternehmen, wie es sich die Politik vorstellt, lehnen wir ab.“ 

Die Betriebe im Maschinen- und Anlagenbau sind bereit, ihren Part auszuweiten und auf eigene Kosten Corona-Schnelltests für ihre Beschäftigten anzubieten.

Denn neben den hohen Kosten, die Unternehmen durch große Testreihen entstehen, gebe es für die Durchführung auch noch zahlreiche rechtliche Unsicherheiten. „Betriebliche Reihentests werfen haftungsrechtliche Fragen auf, die die Politik nicht einfach bei den Unternehmen abladen kann“, erläutert Haeusgen. „Auch die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten müssen beachtet werden. Die Unternehmen brauchen eine Verständigung mit der Politik darüber, wie mit positiven Testergebnissen umzugehen ist.“

Der VDMA-Präsident fordert deshalb von der Politik, die Industrie besser in die Corona-Bekämpfung einzubinden und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Viele Unternehmen stünden auch bereit, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Betriebsärzte impfen zu lassen, sobald die Möglichkeiten dazu gegeben sind. Hier geht es vor allem um die Bereitstellung von ausreichend Impfstoff, der nicht mit extremen Temperaturen gekühlt werden muss. „Der Maschinen- und Anlagenbau wird auch weiterhin seinen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten“, betont Haeusgen. „Trotz allem guten Willen von unserer Seite muss die Haftung aber bei den Behörden bleiben. Es darf keine Vermischung von unternehmerischer und staatlicher Verantwortung beim Testen und Impfen geben.“