Qualifizierte Einwanderung willkommen!

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Der Maschinen- und Anlagenbau sucht händeringend nach Fachkräften. Neben einem Bündel anderer Maßnahmen wie Weiterbildung und flexible Arbeitszeiten kann auch die Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Drittstaaten den Fachkräftemangel lindern. Voraussetzung ist aber, dass das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz praxisnah, transparent und unbürokratisch ausgestaltet und umgesetzt wird.

Fachkräftesicherung ist größtes Problem

Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus verbinden mit dem Fach-kräfteeinwanderungsgesetz große Hoffnungen. Denn für die allermeisten von ihnen ist die Suche nach qualifizierten und zuverlässigen Arbeitskräften das Problem Nummer eins. Sowohl ihre Wettbewerbsfähigkeit als auch die wirtschaftliche Zukunft des Standorts Deutschlands überhaupt hängen entscheidend davon ab, ob es gelingen wird, den Bedarf zu decken. Der Fachkräftemangel ist bereits in vielen Unternehmen ein Bremsklotz für Innovation und Wachstum.

Maschinenbau ist besonders betroffen

Der Maschinenbau ist eine Fachkräftebranche. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sind hier besonders viele hochqualifizierte Personen beschäftigt: 92 Prozent der Beschäftigten im Maschinenbau sind Fachkräfte, Spezialisten oder Experten – in der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil nur bei 82 Prozent. Die Zahl der offenen Stellen im Maschinenbau lag im September 2018 nach Berechnungen des VDMA bei 30.000. Neben Ingenieuren aus den Fachzweigen Maschinenbau und Elektrotechnik werden vor allem spezialisierte Fachkräfte im Bereich der Mechatronik, der Informatik und der Automatisierungstechnik dringend gesucht. Die fortschreitende Digitalisierung wird diesen Trend noch verstärken.

Gesetz erleichtert Fachkräftesuche

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist nach Jahren ideologisch eingefärbter Debatten und nur punktueller Verbesserungen bei der qualifizierten Zuwanderung ein Schritt in die richtige Richtung. Positiv ist insbesondere, dass künftig auf die umständliche Vorrangprüfung zugunsten von EU-Bewerbern verzichtet wird und Fachkräfte aus Drittstaaten ohne konkretes Jobangebot befristet für sechs Monate nach Deutschland einreisen können.

Wussten Sie, dass bereits 3,7 Millionen ausländische Fachkräfte in Deutschland arbeiten, davon über 1,6 Millionen aus Drittstaaten?

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Transparenz schafft Akzeptanz

Wichtig ist, dass die Kriterien sowie das Verfahren für die Einwanderung von Fachkräften praxisnah und möglichst transparent ausgestaltet werden – sowohl für die Arbeitgeber in Deutschland als auch für potenziellen Arbeitnehmer aus Drittstaaten. Klare Regelungen tragen auch zur Akzeptanz des Einwanderungsgesetzes bei inländischen Arbeitnehmern bei – ein nicht zu unterschätzender Faktor für eine erfolgreiche Integration ihrer neuen Kollegen. Denn Integration findet maßgeblich am Arbeitsplatz statt. Dafür bedarf es auch künftig einer grundsätzlichen Trennung von qualifizierter Einwanderung und Asylrecht.

Keine neuen Bürokratiehürden!

Bei der Umsetzung des Gesetzes dürfen – gewollt oder ungewollt – nicht neue bürokratische Hürden entstehen. Das gilt vor allem für die Visaerteilung als auch für den Aufenthaltsstatus von einwanderungswilligen Fachkräften aus Drittstaaten. Die Anerkennung beruflicher Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, muss ebenfalls zügig erfolgen. Dabei dürfen allerdings die in Deutschland üblichen Anforderungen an berufliche Qualifikationen nicht gesenkt werden.

Weitere Maßnahmen erforderlich

Der wachsende Fachkräftebedarf kann jedoch durch Einwanderung allein nicht gedeckt werden. Ein ganzes Maßnahmenbündel wie z.B. eine Verbesserung der Aus- und Weiterbildung, aber auch eine Flexibilisierung des starren Arbeitszeitgesetzes sind dringend erforderlich, um das vorhandene Erwerbspotenzial besser ausschöpfen zu können. Vorhaben wie die Rente mit 63 und die Brückenteilzeit konterkarieren hingegen alle Anstrengungen.

Fazit

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz kann ein Erfolg werden, wenn es unbürokratisch gehandhabt wird. Politik und Wirtschaft müssen sich zudem eine Strategie überlegen, wie sie qualifizierte Fachkräfte erfolgreich gewinnen können. Denn Deutschland ist nicht die einzige Industrienation, die unter wachsendem Fachkräftemangel leidet.

Kontakt

Fabian Seus, Leiter Competence Center Arbeitsmarkt
Telefon +49 63 6603-1350, E-Mail fabian.seus@vdma.org
Holger Wuchold, Hauptstadtbüro,
Telefon +49 30 306946-19, E-Mail holger.wuchold@vdma.org