EU-Abkommen mit Japan ist ein wichtiges Zeichen gegen Protektionismus

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Das EU-Freihandelsabkommen mit Japan ist ein wichtiges Zeichen gegen Protektionismus und eröffnet neue Exportchancen für die europäische Industrie.

Anlässlich der Ratifizierung des Vertrags durch das Europäische Parlament sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA: „Die beiden großen Volkswirtschaften EU und Japan setzen zur richtigen Zeit ein Signal für den Freihandel. Mit dieser Strategie der offenen Märkte ist Europa als Wirtschaftsstandort langfristig besser aufgestellt als Länder, die sich durch Abschottung vermeintliche Vorteile verschaffen wollen.“
 
Für den Maschinenbau in Deutschland ist Japan ein wichtiger Markt. Aufgrund seiner Größe bietet er den europäischen Unternehmen viel Absatzpotenzial, allerdings verhindert die starke japanische Industrie nach wie vor größerer Exporterfolge. „In Japan dominieren traditionell vor allem die heimischen Maschinenhersteller, ausländische Anbieter kommen nur bei Spezialmaschinen ins Spiel“, sagt Brodtmann. In den ersten drei Quartalen 2018 lag das Land auf Platz 20 der größten Auslandsmärkte deutscher Maschinenbauer mit einem Exportvolumen von knapp 2 Milliarden Euro. Immerhin bedeutete dies ein Wachstum von 6,2 Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum. Dennoch weist Deutschland im Maschinenhandel ein Handelsdefizit mit Japan auf.

„Die beiden großen Volkswirtschaften EU und Japan setzen zur richtigen Zeit ein Signal für den Freihandel."

„Durch das Handelsabkommen erhofft sich der Maschinenbau vor allem indirekte Impulse für das künftige Geschäft“, sagt Brodtmann. Denn die Zölle auf Maschinenbauprodukte wurden in Japan vor vielen Jahren bereits abgeschafft und die technischen Handelshemmnisse sind gering. Dennoch unterstützt der VDMA den im Vertrag festgelegten Ansatz, technische Anforderungen zu harmonisieren und ein entsprechendes EU-Japan-Gremium zu installieren. Dadurch können Kostenreduzierungen für beide Seiten erreicht werden. Auch von einer Öffnung des öffentlichen Auftragswesens in Japan werden europäische Unternehmen profitieren. Positiv bewertet der VDMA, dass in dem Vertrag erstmalig ein eigenes Kapitel für die Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen aufgenommen ist. „Durch den Fokus auf den Mittelstand ist das Abkommen zugeschnitten auf die Unternehmen der europäischen Industrie“, erläutert Brodtmann.

Gleichzeitig mahnt der VDMA, dass die Freihandelsagenda der EU nun keinesfalls an Schwung verlieren dürfe. „Als nächstes muss das Handelsabkommen mit Mexiko in trockene Tücher gebracht werden. Und in den Verhandlungen mit dem Mercosur warten wir nach wie vor auf einen Durchbruch“, mahnt der VDMA-Hauptgeschäftsführer.