VDMA debattiert Fachkräftesicherung mit der Politik

Michael H. Ebner LIPICOM

„Arbeit 4.0 – Herausforderung Fachkräftesicherung“ lautete dieses Mal das Thema der „VDMA-Debatte“, mit der der VDMA regelmäßig aktuelle bildungs- und arbeitsmarktpolitische Fragen direkt in das politische Berlin hineinträgt.

„Bislang hat der VDMA nur von einer steigenden Fachkräftenachfrage gesprochen. Jetzt müssen wir aber deutlich aussprechen: es gibt einen allgemeinen Fachkräftemangel, wenn auch nach Beruf und Region in unterschiedlicher Stärke“, stellte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann in seiner Begrüßungsansprache klar. Den anwesenden Abgeordneten, Ministerialbeamten, Mitarbeitern aus Fraktionen und Verbänden schilderte er eindringlich die Lage im Maschinenbau. „Die Suche nach qualifizierten und zuverlässigen Arbeitskräften ist für die allermeisten unserer Unternehmen das Problem Nummer eins.“ Aktuell suche der Maschinenbau „händeringend“ nach 30.000 neuen Mitarbeiten.

Brodtmann sprach der Politik seine Anerkennung dafür aus, dass sie sich inzwischen mit zahlreichen Projekten darum bemühe, einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten, wie zum Bespiel mit der Fachkräfteoffensive und dem Fachkräftezuwanderungsgesetz. „Der VDMA ist sicherlich nicht mit allem en detail einverstanden.“ Zu oft werde einseitig den Unternehmen die Verantwortung zugeschoben. Er wolle aber dem Ergebnis des notwendigen Diskurses nicht vorgreifen. Brodtmann fügte hinzu: „Vielmehr wünsche ich mir, dass wir alle möglichst ohne Scheuklappen den Fachkräftemangel angehen.“

In seinem Impulsreferat schilderte Dr. Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln eindringlich, welche negativen Auswirkungen der Fachkräftemangel bereits für Innovation und Wachstum hat. Andererseits brachten seine Untersuchungen das durchaus positive Ergebnis hervor, dass der Zuzug ausländischer Fachkräfte nach Deutschland den besonders in den MINT-Berufen grassierenden Fachkräftemangel nachweislich gelindert hat.

In der anschließenden Diskussion unter Leitung des Focus-Chefkorrespondenten Daniel Goffart warben die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Katja Mast und der Vorsitzende der AG Arbeit und Soziales der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, für das künftige Fachkräftezuwanderungsgesetz, wobei der FDP-Politiker allerdings deutlich machte, dass er ein Punkte-System nach kanadischem Vorbild dem Gesetzentwurf der Großen Koalition vorziehen würde.

Cosmin Sirbu, Betriebsrat bei dem VDMA-Mitgliedsunternehmen John Deere GmbH & Co. KG, unterstrich die Bedeutung, die berufliche Weiterbildung bei der Fachkräftesicherung spielt. Sie sollte aber möglichst „on the job“ erfolgen und nicht durch betriebsferne Schulungen.

Download: Präsentation Dr. Hans-Peter Klös, IW