KurzPosition: Mobilität durch Maschinenbau

Shutterstock

Mobilität wandelt sich. Ein weltweiter Treiber dafür wird in der Umsetzung der Klimabeschlüsse von Paris liegen. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau leistet mit effizienten Lösungen einen wichtigen Beitrag für den Wandel und sichert damit Beschäftigung und Wohlstand.

Ein abrupter, politisch auferlegter Tech-nologiewechsel würde dies jedoch gefährden. Die starke Position Deutschlands muss mit den richtigen Rahmenbedingungen nach dem Prinzip der Technologieoffenheit und mit marktbasierten Instrumenten ausgebaut werden.

Versachlichung der Debatte nötig

Die Dieseldebatte überlagert weiterhin das Thema der Mobilität von morgen bis hin zu möglichen Fahrverboten in Innenstädten aufgrund des Schadstoffausstoßes. Notwendig ist eine breit angelegte Strategiedebatte von Politik und Wirtschaft. Für den Erfolg ist es von fundamentaler Bedeutung, dass sich die Strategie an den Maßgaben marktwirtschaftlicher Mechanismen des effizienten Einsatzes von Ressourcen und einer industriepolitischen Positionierung orientiert.

Maschinenbau ist Teil der Lösung

Der Maschinenbau liefert gerade für den Mobilitätssektor immer neue Spitzentechnologien und Innovationen, sowohl Produktionstechnik für konventionelle als auch elektrische Antriebe sowie für Stromspeicher und alternative Kraftstoffe. Auch bei Rohstoffabbau und -aufbereitung bis zum Recycling oder der Elektronikproduktion für Automotive-Anwendungen ist der Maschinenbau gefragt. Im Bereich der mobilen Maschinen, also Land- und Baumaschinen, Gabelstapler usw., ist der Maschinenbau Anwender innovativer Antriebstechnologien. Ein bedeutender Teil der VDMA-Mitgliedsunternehmen ist folglich direkt oder mittelbar von Veränderungen im Bereich der Mobilität als Ausrüster, Anbieter oder Anwender berührt. Damit geht es immer auch um gesamte Wertschöpfungsketten.

Mobilität von morgen

Obwohl das Auto bisher im Zentrum der öffentlichen und politischen Debatte steht, braucht es einen erweiterten Blickwinkel. Alle Formen der Mobilität und wirtschaftlichen Nutzung sind von den Herausforderungen betroffen. Unterschiedliche Anwendungen erfordern verschiedene Antriebstechnologien. VDMA-Initiativen wie „E-MOTIVE“ oder „Maritime Energiewende“ zeigen, wie daraus Chancen erwachsen. So bietet beispielsweise eine nachhaltige Schifffahrt Wettbewerbsvorteile, wenn international harmonisierte, strenge Emissionsgrenzwerte und ein weltweit gültiger CO2-Preis als Rahmen gesetzt werden können.

KurzZahl

Wussten Sie, dass laut einer VDMA-Studie die Wertschöpfung bei PKW-Antrieben bis 2030 um jährlich 1,7 Prozent kombiniert für die drei Märkte Europa, USA und China wächst, bei zu erwartenden 22 Prozent rein elektrischer Fahrzeuge?

In dieser Rechnung ist die Batteriezellproduktion außen vor, sie hat zusätzlich ein hohes Wertschöpfungspotenzial.

Antriebe der Zukunft sind vielfältig

Da erneuerbare Energien mit Photovoltaik, Wasserkraft und Windenergie zunehmend
günstiger und in wachsenden Mengen verfügbar sind, wird Strom die Basis
treibhausgasneutralen Transports sein. Dabei kann der Antrieb direkt, also batterieelektrisch, als auch indirekt mit der Erzeugung eines strombasierten, synthetischen
Kraftstoffs (e-Fuels) für einen Verbrennungsmotor oder eine Brennstoffzelle erfolgen.
Der geplante Ausbau erneuerbarer Energien eröffnet viele Optionen elektrischer
Antriebe und e-Fuels für PKW, LKW, Bahn, Schiff, Flugzeug und mobile Maschinen.
Öffentlich stehen batterieelektrische und brennstoffzellenbetriebene Autos
im Mittelpunkt und werden künftig eine wichtige Säule der Mobilität sein. Eine Gesamtbilanz
muss über den gesamten Lebenszyklus den Umwelteinfluss alternativer
Technologien betrachten.

Im Wettbewerb entstehen Lösungen

Die besten Lösungen für verschiedene Mobilitätsanforderungen entstehen im Wettbewerb.
Dafür ist eine vorwettbewerbliche, breitenwirksame Forschungsförderung
geboten, die nicht einzelne Technologien hervorhebt. Der Beitrag der Politik besteht
in Forschungsförderung und Anreizen für private Investitionen. In Verbindung mit
stabilen, politischen Rahmenbedingungen ermöglichen sie es überhaupt erst, neue
Technologien in den Markt zu bringen.

Investitionsanreize schaffen

Notwendige Infrastrukturentscheidungen seitens der Politik müssen mit Sorgfalt
und mit Blick auf die Technologieoptionen getroffen werden. Die Auswahl einzelner
Technologien ist keine staatliche Aufgabe, auch nicht mit Steuergeld Fabriken zu
bauen. Eine auf Subventionen basierende Batteriezellproduktion lehnt der VDMA
ab. Private Investitionen sind dafür elementar. Bei öffentlichen Investitionen in neue
Fahrzeuge kann die Politik eine Vorreiterrolle einnehmen.

Fazit

Die Mobilität von morgen führt über den Maschinenbau. Technologieoffenheit ist
das Grundprinzip, das die beste Lösung im fairen Wettbewerb befördert. Damit ist
ein Ordnungsrahmen anzustreben, der keine Technologie einseitig bevorzugt oder
verbietet. Dieser Rahmen sollte verlässlich und transparent sein. Eine vorwettbewerbliche
Forschungsförderung und Anreize für private Investitionen unterstützen
die Unternehmen im Wandel.

Kontakt

Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer VDMA
Telefon 069 6603-1331, E-Mail hartmut.rauen@vdma.org
Andreas Rade, Geschäftsführer VDMA-Hauptstadtbüro
Telefon 030 306946-16, E-Mail andreas.rade@vdma.org

Lesen Sie mehr KurzPositionen auf www.vdma.org/kurzpositionen.

Downloads